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Mohnblumen Die Vielfalt des Mohns - von Gudrun Barz

   Mohn gibt es auf der ganzen Welt. Viele Sorten sind mehrjährig, wie z.B. der Spanische Mohn (Papaver rupifragum). Er ist von der Blüte eher etwas unscheinbar und zart, dafür ist er ein ausgiebiger Blüher, der vom späten Frühling bis zum ersten Frost munter blüht.

 Auch der Türkische Mohn (Papaver orientale) mit seinen vielen Zuchtformen wie Papaver orientale "Princess Victoria Louise", Papaver orientale "Royal Wedding" oder Papaver orientale "Patty`s Plum" ist mehrjährig und einige Sorten sind auch im Winter grün. Ihre Blüten sind um einiges größer, als die vom Spanischen Mohn oder Klatschmohn. Mittlerweile gibt es für jeden Geschmack Mohnsorten in unzähligen Farben, Formen und Größen. Papaver orientale liebt einen sehr sonnigen Platz im Garten. Idealerweise mit nahrhafter, kalkhaltiger und lockerer Erde, da er Pfahlwurzeln bis zu 2 m bildet. Ein Umpflanzen als Jungpflanze kann gelingen. Wenn der Mohn allerdings schon viele Jahre fest an einem Platz im Garten gedeiht, verträgt er das Umpflanzen oft nicht, da die Pfahlwurzel meistens zu sehr beschädigt wird.

Der bei uns vorkommende Klatschmohn (Papaver rhoeas) wächst überwiegend an den Straßenrändern und auf Brachland. Durch den Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln ist er an Rädern von Äckern leider selten geworden. Zu erkennen ist er an seiner orange-roten Blüte. Entgegen dem Türkischen Mohn braucht er keine volle Sonne und wächst besonders gut auf durchlässigem, kalkhaltigem Lehmboden. Für unsere Wildbienen ist er eine sehr beliebte Nahrungsquelle.

Der Päonienmohn (Papaver paeoniflorum) gehört zu den einjährigen Sorten und liebt die Sonne. Dabei ist es eigentlich nicht von Bedeutung, ob er im Garten oder in Kübeln gepflanzt wird. Die Blüten sind ähnlich einer Pfingstrose. Die Stängel sind wesentlich robuster und die großen Samenkapseln werden gerne in Gestecken verwendet. Hier gibt es mittlerweile viele Züchtungen von dunkel-lila, fast schwarz, diversen rot und rosa Tönen bis hin zu weiß, mit glatten oder ausgefransten Blütenblättern, aber auch zweifarbigen Mohn gibt es auf dem Markt.

Mohn als Nahrungsmittel

 Mohnsamen als Nahrungsmittel kennen wir vor allem bei Süßspeisen, Brötchen oder auch Kuchen. Die Samen liefert ausschließlich der Schlafmohn (Papaver somniferum). Weniger bekannt ist Mohnöl. Dieses ist meist kaltgepresst und eignet sich für die kalte Küche oder leicht erwärmt an fertigen Speisen wie Nudeln oder Ofengemüse.

 Mohnanbau in Deutschland

In Deutschland ist der Anbau von Schlafmohn (Zeno morphex und Mieszko) genehmigungspflichtig und dient nur zu medizinischen Zwecken (Opiumherstellung). Bei unseren österreichischen Nachbarn ist der Anbau eine jahrhundertelange Tradition und legal. Nur Mohn, der nicht dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt, darf ohne Genehmigung in privaten Gärten wachsen. Zum Verzehr eignen sich die Samen dieser Sorten allerdings nicht und zum Glück liefern diese Sorten auch keinen Opiumextrakt. Deshalb können wir Gartenfreunde fleißig drauflos gärtnern, wenn wir Samen aus zuverlässiger Quelle beziehen.

Mohn als Kosmetik

Nach der Blüte reifen die Samen in der Kapsel und können, wenn die Pflanze abgestorben ist, geerntet werden. In vielen Peeling-Produkten sind sehr winzig kleine Plastikteilchen vorhanden, um den gewünschten Reinigungseffekt hervor zu rufen. Eine Alternative gibt es mit Hilfe der Mohnsamen. Das Duschgel oder die Reinigungsmilch mit der gewünschten Menge von Mohnsamen vermengen. Die Flasche kräftig schütteln, damit sich die Samen gleichmäßig verteilen und schon haben Sie umweltfreundliche Peelings, ohne die Gewässer mit zusätzlichen Plastikteilchen zu belasten.

Wegen seines sehr feinen Dufts eignet sich Mohnöl als Hautpflege-Öl oder auch als Massageöl.

 

Anzucht von Pflanzen

Die Vermehrung erfolgt über die Samen. Mohn ist ein Lichtkeimer. Die Samen werden auf lockerer Erde verstreut und nicht mit Erde bedeckt. Beim mehrjährigen Mohn besteht auch die Möglichkeit über Wurzelstücke einen Ableger heranzuziehen.

Bei den einjährigen Mohnsorten sind die Samen auch winterhart. Einer Aussaat im späten Herbst für das kommende Frühjahr steht nichts im Wege, wenn man dann im Frühjahr noch weiß, wo gesät wurde. Aber auch im Frühjahr kann noch für den kommenden Sommer ausgesät werden. Die Schnecken stürzen sich allerdings mit Vorliebe auf die jungen Pflänzchen. Hier ist Vorsicht geboten, wie bei so vielen jungen Pflanzen im Frühjahr.

 Für die Ungeduldigen und Sicherheitsliebenden empfehlen wir die Kaltaussaat im späten Winter. Ab Februar können kleine Pflanzschalen aus Kunststoff vorbereitet werden. Die Pflanzschalen werden bis zur Hälfte mit gut durchfeuchteter Erde gefüllt, die Mohnsamen draufgestreut und mit Frischhaltefolie oder einer durchsichtigen Plastiktüte versehen. Die Behälter an einen geschützten, sonnigen Platz im Garten stellen. Durch diese Mini-Gewächshäuser Marke Eigenbau keimen die Samen, sind jederzeit mit genügend Wasser versorgt und vor kleinen Minusgraden durchaus geschützt. Sollte das Thermometer mal stark unter null fallen, sind die Pflanzschalen schnell in den Keller gestellt. Im Frühjahr sind die Pflänzchen dann schon so abgehärtet und groß, dass ein unerwarteter Nachtfrost im Mai oder auch die Schneckenfressattacke, nicht mehr allzu viel Schaden anrichten kann. Dem Weg ins Beet oder Blumentopf steht nichts mehr im Wege. Diese Methode eignet sich besonders für den einjährigen Mohn.

 Beim mehrjährigen Mohn sollte man die jungen Pflänzchen am besten so früh wie möglich an einen festen Standort im Garten pflanzen. Sie bilden schon sehr früh Pfahlwurzeln, die ein späteres Verpflanzen oft nicht überstehen und der Mohn dann eingeht. Idealerweise wäre eine direkte Aussaat im Beet.

Leider sind die Blüten des Mohns innerhalb von 3 - 4 Tagen verblüht. Erfreuen können wir uns daher an den zahlreichen Blüten nur im Garten. Dadurch, dass die Blüten nicht alle zur gleichen Zeit reifen, ist eine Blütenpracht von bis zu 3 Wochen keine Seltenheit. Bis zu 1000 Samen können in einer Kapseln heranreifen, die dann vom Wind verweht werden und für den Nachwuchs im nächsten Jahr sorgen, wenn Sie die Kapseln nicht vorher "geerntet" haben.

Mohn als Nahrungsquelle

Ob Hummeln oder Honigbienen, dem Mohn können sie nicht wiederstehen. Sie bevorzugen allerdings den einjährigen Mohn oder die verschiedenen Zuchtformen vom Papaver orientale, weil sie einfach aufgrund ihrer Größe hier besser bedient sind. Für unsere einheimischen kleinen Wildbienen eignet sich hier der Klatschmohn sehr gut und auch kleine mehrjährige Mohnsorten, wie z.B. der Spanische Mohn.

 2015 haben wir erstmals eine bunte Samenmischung von einjährigem Mohn den Hobbygärtnern angeboten. Auch in diesem Jahr bieten wir ein Mohnmischung von ein- und mehrjährigen Mohnsorten an. Wir sind auf die Rückmeldungen sehr gespannt und freuen uns wieder auf viele nette Gespräche mit Ihnen.

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